Kornweihe

Mögliches Überwinterungsgebiet bei der Kornweihe (Circus cyaneus)

Sonja und Volker Schlär hatten 2021 und 2022 nicht nur eine Beobachtung, sondern gleich eine ganze Reihe von Beobachtungen der Kornweihe. Die Kornweihe ist in Deutschland als Brutvogel vom Aussterben bedroht. In der Region Rüssingen, Quirnheim und Grünstadt konnten die Beiden die Kornweihe immer wieder sehen und machten sich im Herbst und Winter 21/22 gezielt auf die Suche nach dem Vogel. Seit Oktober 2021 bis einschließlich März 2022 konnten Sonja und Volker Schlär sagenhafte 21 Meldungen mit Fotos im ArtenFinder machen. Die Regelmäßigkeit, so vermuten Sie, deuten darauf hin, dass im Donnersbergkreis ein Überwinterungsgebiet der Kornweihe liegt und es sich nicht nur um Durchzügler handelt.

Die Kornweihe ist ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Sie ist durch ihre langen Flügel und Schwanz und dem niedrigen Gleitflug, mit v-Förmig gehaltenen Flügeln, als Weihe erkennbar. Weibchen und Jungtiere sind sehr schwer von anderen Weihen zu Unterscheiden und können häufig nur anhand von Fachliteratur und von geübten Ornithologen auseinandergehalten werden.

Der adulte Greifvogel hat einen schlanken Körperbau und einen langen Schwanz. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in Gefieder, Gewicht und Größe. Das Weichen ist größer und schwerer und ist im Gegensatz zum Männchen braun gefärbt. Die hellbraune Unterseite ist dunkel gestrichelt und hat einen weißen Bürzel. Das Männchen hat ein blaugraues Obergefieder und eine weiße Unterseite. Die Flügelspitzen sind schwarz gefärbt. 

Während der Balz, die von Ende April bis Juni dauert, sieht man die Kornweihe häufig beim sogenannten „Girlandenflug“. Dabei fliegt das Kornweihenmännchen erst steil nach oben und dann stützt sie sich senkrecht hinab. Zusätzlich zu diesen Schauflügen machen die Männchen ab und zu auch Scheinangriffe auf die Weibchen. Das Weibchen macht entweder mit oder beobachtet das Männchen dabei. Als Bodenbrüter bauen sie ihr Nest meist aus trockenen Pflanzenmaterialien in Heiden, Mooren oder an Dünen. Das Weibchen legt drei bis sieben Eier, welche es etwa 33 Tage ausbrütet. Das Weibchen füttert die Jungen während das Männchen auf Futtersuche geht. Dabei sieht man die Kornweihe im niedrigen Suchflug. Sonja und Volker Schlär beobachteten die Vögel vor allem auf Blühstreifen mit Sonnenblumenanteil. Durch die Sonnenblumen hat sich vermutlich eine große Mäusepopulation entwickelt, was die Nahrungssuche der Kornweihen im Winter erleichtert. Wenn die Jungen nach 30 bis 40 Tagen das Nest verlassen kann man sie noch Wochenlang mit ihren Eltern herumfliegen sehen.

Die Kornweihe ist weltweit die Weihenart, mit dem größten Verbreitungsgebiet. In Deutschland sind die wenigen brütenden Kornweihen in erster Linie Standvögel. Nördliche Populationen ziehen als Kurzstreckenzieher nach Mitteleuropa oder bis nach Nordafrika und sind hier auch teilweise als Wintergast anzutreffen.

„Laut Artensuche im Artenfinder gab es bereits 1991 die Vermutung / Erkenntnis, dass im Donnersberggebiet Kornweihen überwintern, unsere Beobachtungen haben dies nun ca. 30 Jahre später sehr wahrscheinlich bestätigt.“ –Sonja und Volker Schlär