Uhu

Der an Menschen gewöhnte Uhu (Bubo bubo)

Volker Schlär hat wieder einmal einen tollen Fund gemacht. Am 09.05.2022 beobachtete er auf der Moschellandsburg bei Obermoschel ein Uhupaar, das dort seine Jungen aufzog. Die Uhufamilie konnte ohne sie zu stören aus sicherer Entfernung fotografiert werden, da sie an die Anwesenheit von Burgbesuchern gewöhnt war. Daten sammeln ist zwar wichtig, jedoch bitten wir alle ArtenFinder:innen Tiere, Pflanzen und Pilze nicht durch das Erfassen zu stören oder zu schädigen. Der Uhu ist der größte heimische Vertreter seiner Familie, der Eigentlichen Eulen (Strigidae). Er wird 60-70 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von 150-180 Zentimeter. Dabei ist das Weibchen deutlich größer als das Männchen, in Gefiederfarbe unterscheiden sie sich nicht. Der Körper des Uhus ist kräftig gebaut und sein Körpergefieder ist rostbraun und mit dunklen Flecken übersäht. Zudem machen seine acht Zentimeterlangen Federohren und seine großen, orangeroten Augen ihn unverwechselbar. Typisch für Eulenvögel ist, dass sie ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen können, so dass sie ihre Umgebung rundum im Blick haben.

Der Uhu ist nicht nur in Europa anzutreffen, sondern auch in Afrika, Russland, China und Japan. Sein Lebensraum kann sehr unterschiedlich aussehen, da der Uhu ein sehr anpassungsfähiger Vogel ist. In Mitteleuropa bevorzugt er möglichst reich gegliederte Landschaften mit Felsen, Wäldern, Freiflächen und Gewässern. Wichtig ist, dass er genügend Nahrung und Bruthöhlen sowie ausreichend Verstecke für den Tag findet. Sie brüten meist in Felswänden oder moderat bewachsenen Steilhängen. Fehlen geeignete Felsen, werden verlassene Greifvogelhorste oder zur Not auch Mulden am Boden angenommen. Der Uhu ist ein streng nachtaktiver Jäger, der sich tagsüber in Baumkronen oder an Felswänden versteckt. Zudem ist er ein sehr störungsempfindlicher Vogel. Die Nahrung besteht aus Ratten, Mäusen, Igeln, Eichhörnchen, Kaninchen, Krähen, Ringeltauben oder auch schon mal Aas. Sie haben bestimmte Plätze en denen sie ihre Beute rupfen, so genannte Rupfplätze. Dort kann man meist auch Uhu Gewölle finden.

Er lebt in festen Revieren, wo man ihn immer wieder Beobachten kann. Dieses Revier teilt der Uhu sich mit seinem Partner, mit dem er ein Leben lang zusammen bleibt. Trotzdem ist der Uhu ein richtiger Einzelgänger, da das Paar zwar im gleichen Territorium lebt, aber alleine schläft und jagen geht. Erst in der Paarungszeit ändert sich das. Geschlechtsreif sind sie frühestens im zweiten, meistens aber erst ab dem dritten Lebensjahr. Paar- und Revierbildung finden schon während der Herbstbalz statt, die eigentliche Balz ist erst im Februar oder März. Das Weibchen legt zwei bis fünf Eier und brütet sie fünf Wochen lang alleine aus. Das Männchen versorgt sich und das Weibchen währenddessen mit Nahrung. Etwa eine Woche nach dem Schlüpfen öffnen die Jungen die Augen. Mit neun bis zehn Wochen sind sie flügge und begleiten die Eltern bei der Jagd. Bis zum Herbst lernen sie von ihren Eltern, was ein Uhu zum Überleben braucht. Erst dann sind sie selbstständig und verlassen das Eltern-Paar. Jahrhundertelange Verfolgung hätten den Uhu vor 50 Jahren in Deutschland beinahe ausgerottet. Aber intensive Schutzbemühungen haben ihn gerettet. Aufgrund der positiven Bestandsentwicklung wurde der Uhu 2016 sogar aus der Roten Liste entlassen. Somit gilt der Uhu in Deutschland als nicht gefährdet.