Tüpfelsumpfhuhn

Heimliche Lebensweise am Wasser das Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana)

Im April 2021 konnte Herr Volker Schlär mehrere Tüpfelsumpfhühner nachweisen. Er entdeckte die Tiere im Naturschutzgebiet "Der Spieß an der Spießbrücke" und war in der Lage mehrere tolle Fotos von den seltenen Vögeln zu machen. 
Das Tüpfelsumpfhuhn gehört zur Familie der Rallen und sieht der etwas größeren Wasserralle ähnlich. Man bekommt es nur mit viel Glück zu Gesicht. Dann jedoch kann man seine vielen weißen Tüpfel an Hals und Brust entdecken, die es zu seinem Namen gebracht haben. Die Grundfarbe des Gefieders ist braun-schwarz. Im Gesicht und an der Brust sind die Tiere blaugrau gefärbt. Die Beine ausgewachsener Vögel sind von grünlicher Farbe und haben die für Rallen typischen großen Zehen. Mit diesen langen Zehen findet es auch auf schlammigem Untergrund und auf schwimmender Vegetation Halt. Am besten von der Wasserralle zu unterscheiden ist das Tüpfelsumpfhuhn am Schnabel, der deutlich kürzer und gerader ist. Zudem ist er gelb mit einer roten Basis.

 

Das tag- und dämmerungsaktive Tüpfelsumpfhuhn ist in ganz Europa, bis nach Sibirien zu finden. Es ist sehr scheu und bleibt daher fast ausschließlich in der Deckung von Seggen und Röhrichtvegetation. Offene Flächen und Schilfgebiete werden von der Art eher gemieden. Zudem ist für das Tüpfelsumpfhuhn ein konstant niedriger Wasserstand von fünf bis zehn Zentimetern wichtig. In diesem seichten Wasser findet das Huhn Kleintiere, vor allem Insekten, die als Nahrung verwendet werden.
Während der Brutzeit von etwa April bis Juli baut die Art ein Nest auf einem Gras- oder Seggenbüschel im flachen Wasser. Die Halme um das Nest werden zu einem lockeren Dach zusammengezogen. Zum Überwintern fliegt das Tüpfelsumpfhuhn bis ins südliche Afrika. Auf dem Durchzug kann man es überall an Gewässern mit Verlandungszonen von Seen und Teichen und an Schlickflächen finden.

 

 

Es zählt zu den Arten, für die eine deutliche Arealverschiebung in Folge des Klimawandels vermutet wird. Man geht davon aus, dass weite Teile des heutigen Verbreitungsgebietes dem Tüpfelsumpfhuhn zukünftig keine geeigneten Lebensräume mehr bieten werden. Entwässerungen, intensive landwirtschaftliche Nutzung und der Ausbau von Flüssen führen zudem zum Lebensraumverlust und damit auch zum Populationsrückgang des Tüpfelsumpfhuhns.

Der Bestand in Deutschland ist leider nur noch sehr gering. Das Tüpfelsumpfhuhn gilt in Deutschland als gefährdet (Rote Liste Kat. 3) und in Rheinland-Pfalz als stark gefährdet (Rote Liste Kat. 2) und gilt als streng geschützt.