Schlupfwespe

Schlupfwespe (Ichneumonidae) schlüpft aus Landkärtchenpuppe

Norbert Scheydt hat am 27.04.2022 in Otterbach eine Schlupfwespenlarve fotografiert, die gerade aus einer Puppe eines Landkärtchens schlüpfte.

Schlupfwespen (Ichneumonidae) bilden eine der artenreichsten Familien der Hautflügler. In Deutschland allein sind schon etwa 3.600 Arten bekannt und man kann sogar noch neue Arten entdecken, denn die Schlupfwespen gehören zu den „Dark Taxa“. Das sind Arten die sich aufgrund mangelnder taxonomischer Expertise nicht auf Artniveau bestimmen lassen oder Arten, die völlig unzureichend dokumentiert sind.

Adulte Schlupfwespen sind Schlank und haben die typische Wespentaille. Weibchen haben zudem einen deutlichen Legebohrer der sehr lang sein kann. Er ist für die präzise Eiablage wichtig. Die Färbung der Schlupfwespen ist meist dunkel mit gelber Zeichnung. Sie können aber auch andere Farben aufweisen. Die Antennen sind dünn und meist halb so lang wie der Körper. Die Äderung der Vorderflügel ist wichtig beim Bestimmen der Arten. Jedoch braucht es zum Bestimmen einer Art viel Übung. Schlupfwespenlarven sind klein, madenförmig und besitzen keine Beine.

Die Larve der Schlupfwespe lebt als Parasitoid in holometabolen Insekten, am häufigsten sind Falter, Pflanzenwespen oder Käfer die Wirte, aber auch anderen Insekten. Es gibt sogar Arten der Schlupfwespe, die in anderen Schlupfwespenarten parasitieren. Das nennt man Hyperparasitismus. Die Eier legen die Schlupfwespen je nach Art in verschiedene Stadien des Wirts ab. Einige legen sie direkt in die Eier des Wirtsinsekts, andere legen sie in die Larven. Im Wirt entwickelt sich die Schlupfwespenlarve und frisst ihn von innen auf, wodurch der Wirt stirbt.  Die Parasitoiden verpuppen sich innerhalb oder außerhalb des Wirts und schlüpfen dann. Im Fall von Norbert Scheydt handelt es sich um einen Puppenparasitoiden, der sich in der Raupe eines Landkärtchens der zweiten Generation entwickelte, anschließend auf die Verpuppung wartete und erst nach der Überwinterung schlüpfte.