Gebirgs-schheintarantel

Alte Meldung, aber sehr besonders - die Gebirgs-Scheintarantel (Alopecosa inquilina)

Im Zuge der Durchsicht älterer Meldungen findet man oft wahre Raritäten. Wie diese Meldung von Dieter Lode, die er am 05.10.2019 bei Hochspeyer machte. Hierbei handelt es sich um eine Gebirgs Scheintarantel (Alopecosa inquilina), aus der Familie der Wofsspinnen (Lycosidae). Sie gehört zu den größten heimischen Wolfsspinnenvertretern.

Weibchen und Männchen unterscheiden sich in der Größe und etwas im Aussehen. Männchen sind mit etwa 10 - 12 mm kleiner als die 17 – 18 mm großen Weibchen. Die Grundfarbe des Körpers ist rotbraun oder grünlich. Dieser ist mit dichtem graugelben Haaren bedeckt. Schwarze und weiße Flecken auf Vorder- und Hinterkörper bilden ein Charakteristisches Muster. Auf dem Hinterleib ist das für Scheintaranteln typische Herzmal nur schwer zu erkennen. Es ist durch zwei sehr dunkle, schräg nach außen weisende Flecken gekennzeichnet an welchen sich die Art gut erkennen lässt. Bei Weibchen ist oft ein weiteres Fleckenpaar zu finden.

In Deutschland kann die Gebirgs-Scheintarantel lediglich mit der Dünen- (Alopecosa fabrilis) und der Steppen-Scheintarantel (Alopecosa schmidti) verwechselt werden, da sie eine ähnliche Größe erreichen. Die beiden Arten lassen sich von der Berg-Scheintarantel jedoch meist recht gut durch ihre kontrastreichere Farbgebung unterscheiden.

Die Gebirgs-Scheintarantel ist paläarktisch verbreitet. In Europa wurde sie großflächig nachgewiesen, fehlt aber in einigen Ländern ganz. Sie bevorzugt, wie ihr Name schon sagt, Regionen mit Gebirgen, welche bewaldet sind.

Die adulten Spinnen sind überwiegend Nachtaktiv und kommt aus ihrer selbstgegrabenen Wohnröhre nur zum Sonnen, in der Dämmerung und nachts zum Jagen heraus. Im Gegensatz dazu sind die Jungtiere noch tagaktiv.

In Deutschland konnte die Art bisher nur selten nachgewiesen werden und sie steht in der Rote Liste Deutschlands auf der Vorwarnliste.
Vielen Dank für diese tolle Meldung,  Dieter Lode!